Förderjahr 2025 / Projekt Call #20 / ProjektID: 8012 / Projekt: computor
Im Herbst 2025 haben wir mit dem Ziel begonnen, Programmier- und Data-Science-Unterricht in VS Code zu verwirklichen. Lernende sollten dort Hilfe von einer KI bekommen, die beim Lernen unterstützt und keine fertigen Lösungen liefert. Mit diesem Beitr
Start im Browser
Wer einen unserer Kurse ausprobieren will, öffnet computor.at, meldet sich an und wählt einen Kurs. Danach öffnet sich im Browser eine vollständige VS-Code-Umgebung. Links sind die Übungen des Kurses aufgelistet, rechts liegt die Angabe. Installiert werden muss nichts. Wer lieber lokal am eigenen Rechner arbeitet, kann die Erweiterung computor mit demselben Aufbau und denselben Funktionen kostenlos aus dem Visual Studio Marketplace installieren.
Lena hilft beim Weiterdenken
Ein Beispiel aus dem Aufbau-Kurs: Eine Studentin soll den Mittelwert einer Messreihe berechnen. Ihr Programm läuft, aber der Test meldet einen falschen Wert. Sie fragt Lena, warum ihr Mittelwert nicht stimmt.
Lena kennt die Angabe, den Code der Studentin und das Testergebnis. Sie schreibt den Code nicht um, stattdessen fragt sie zurück, wie viele Messwerte die Schleife tatsächlich addiert, und bittet sie, den letzten Index einmal auszugeben. Die Studentin probiert es aus und sieht, dass ein Wert fehlt. Sie passt die Schleife an, startet die Tests erneut, und diesmal bestehen sie.
Bittet jemand Lena direkt um die fertige Lösung, erklärt sie freundlich, dass dies nicht zum Lernerfolg beitragen würde, und bietet stattdessen einen Hinweis an. Lena läuft auf einem Open-Weight-Sprachmodell aus der Qwen-Familie, welches die TU Graz auf eigener Hardware betreibt. Fragen und Code der Lernenden verlassen die Universität daher nicht und niemand braucht ein Konto bei einem kommerziellen KI-Anbieter.
Was Lehrende sehen
Lehrende finden in computor.at ein Dashboard. Es zeigt, wie weit die einzelnen Studierenden sind, wie oft sie eine Aufgabe versucht haben und welche Fehler häufig auftreten. In der Kursübersicht geben Markierungen Auskunft über Unstimmigkeiten im Arbeitsfortschritt von Studierenden und weisen Lehrende zum Beispiel auf mögliche Rückstände hin. Tutor:innen haben eine eigene Ansicht, in der sie die Abgaben sehen und bewerten können.
Im Einsatz an der TU Graz
Seit März 2026 arbeitet die Lehrveranstaltung „Programmieren in der Physik“ mit computor. 130 Studierende haben dort ihre Übungen bearbeitet, getestet, abgegeben und Lena um Hilfe gebeten. Auch die Tutor:innen haben computor genutzt, um die Abgaben der Studierenden zu bewerten und ihnen Feedback zu geben. Ihre Rückmeldungen sind in die Version eingeflossen, mit der computor Ende September öffentlich gestartet ist.
Offen zum Weiterverwenden
Die drei Kurse „Data Science mit Python“ (Grundlagen, Aufbau, Vertiefung) mit 70 Übungen auf Deutsch und Englisch stehen unter computor.at/learn kostenlos zur Verfügung. Die Software steht unter der MIT-Lizenz, die Kurstexte unter CC BY 4.0. Quellcode, Dokumentation und die Kurse liegen auf github.com/computor-org. Schulen, Hochschulen und Unternehmen können damit eine eigene computor-Instanz auf ihren Servern betreiben und ihr eigenes Sprachmodell einbinden. Der Projektendbericht, die Zusammenfassung und alle genannten Ergebnisse sind auf der netidee-Projektseite gesammelt: www.netidee.at/computor.
Wie es weitergeht
Die TU Graz betreibt computor.at und Lena weiter, und die öffentlichen Kurse bleiben frei zugänglich. Wir verbessern und erweitern die Kurse anhand der Rückmeldungen und wollen computor auch in weiteren Lehrveranstaltungen einsetzen. Fehler und Ideen nehmen wir gerne über den Menüpunkt „Problem melden“ in computor.at oder per E-Mail an contact@computor.at entgegen.
Wir danken netidee und der Internet Stiftung für die Förderung und allen Studierenden und Tutor:innen, die mit computor gearbeitet haben.