Förderjahr 2025 / Projekt Call #20 / ProjektID: 7863 / Projekt: Faircamp 2.0
Ende März: Nach vielen und sehr intensiven Arbeitswochen erreicht das Projekt Faircamp 2.0 nun zwei Meilensteine zugleich: Die formale (nach geplantem Aufwand gerechnete) Projektmitte, sowie das Zusammenkommen der ersten Prototypen die sowohl die grundlegend überarbeitete Architektur, als auch die komplett neu entwickelte grafische Benutzeroberfläche als funktionierendes Ganzes vereinen.
Aber zunächst ein kurzer Sprung zurück: Ende Jänner war Faircamp zu Gast beim Free and Open Source Software Developers’ European Meeting (FOSDEM), und im Talk Independent and sustainable audio publishing with Faircamp wurde das Projekt Faircamp 2.0 erstmals (in einer konkreteren Form) der Öffentlichkeit vorgestellt (Videoaufzeichnung und Slides dazu finden sich auf der Eventseite).
Im Rahmen dieser Präsentation wurde auch (wie oben im Bild ersichtlich) ein erster Ausblick auf detaillierte, konkrete Ziele gegeben. Nun, zirka zwei Monate später lässt sich ein erstes Zwischenfazit ziehen – was hat sich bereits eingelöst, und was kommt noch?
Unabdingbar natürlich zunächst einmal das Herzstück des Projekts: Die neue grafische Benutzeroberfläche. Für dessen Entwicklung wurde nach eingehender Recherche und ersten Experimenten das native GUI Toolkit Slint herangezogen. Während das Toolkit zwar noch merkbar jung und in Entwicklung ist, hat sich die Entscheidung dennoch bezahlt gemacht: Durch das deklarativ-reaktive, Komponenten-basierte Modell konnten bereits hochqualitative, komplexe, und vorallem wiederverwendbare Interface-Elemente implementiert werden, die eine ausgezeichnete Basis für die weitere Entwicklung im Projekt darstellen. Und auch im Gesamtbild hat sich schon alles eingelöst was benötigt wird: Faircamp 2.0 weist bereits einen grafischen Launcher auf, ein Hauptfenster mit zwei wählbaren Navigationsmodi und einen scrollbaren Hauptbereich in dem Formulare und Inhalte dargestellt werden. All dies ist zudem mehrsprachig lokalisierbar und interagiert mit assistiven Technologien. Kurzum: Alles ist in den Grundzügen da und funktioniert – und heute wurde für die Faircamp Community ein Video veröffentlicht dass Faircamp 2.0 zum ersten Mal in Aktion zeigt: First look at Faircamp 2.0
Auf Seiten der Neukonzipierung und Überarbeitung der Architektur gibt es auch schon viele gute Neuigkeiten: Bereits implementiert sind die Unterstützung von Stand-Alone Tracks, die nun vollständige Compliance mit der Podcast Spezifikation, das Publizieren von Audio im Originalformat oder von Tracks ohne Audio, benutzerdefinierte Permalinks für Tracks, die Möglichkeit die Homepage und den Renderer auszutauschen oder programmatische Transformationen vorzunehmen, ein neues, umfangreiches System für vererbbare Voreinstellungen und vieles mehr. Bonus: Wer einen Blick auf den vorherigen Screenshot vom Vortrag im Jänner wirft, sieht dass damit schon ein großer Teil der dort als sehr wahrscheinlich eingestuften flexiblen Ziele umgesetzt ist – bis auf die Punkte "Arbitrary Pages (...) " und "Custom (...) properties" ist aktuell geplant alle Punkte der obigen Liste umzusetzen, inklusive der im letzten Punkt zusammengefassten, zum damaligen Stand noch nicht konkretisierbaren Entwicklungen, z.b.: Adaptives Theming und simultanes Audio-Transcoding.
Was nun für die zweite Hälfte des Projekts ansteht: Einerseits, die Vervollständigung der grafischen Benutzeroberfläche. Die Grundfundamente sind da und funktionieren wunderbar, jedoch sind viele der Formularfelder noch entweder read-only, Platzhalter, oder in anderen Zwischenstadien der Entwicklung. Faircamp hat viele komplexe Datentypen - Bildverweise mit Beschreibungstexten, Währungen, Daten, Preisbereiche, Farbeinstellungen, usw. - und sie alle müssen mit korrespondierenden Formularelementen umgesetzt werden, welche stellenweise noch erheblichen Aufwand mit sich bringen werden.
Und auch die Architektur stellt nun eine ähnliche Herausforderung dar: Alles steht auf neuen Fundamenten, viele neue Dinge sind möglich, doch nun muss überall der Feinschliff her, und Hunderte von offenen Detailfragen geklärt werden und auch vollständig implementiert werden. In den nächsten Wochen werden zudem die ersten Testbuilds für die Community veröffentlicht werden, damit auch deren Feedback den Rest des Prozesses begleiten kann. Danach dann nur noch (aber eben auch noch) die Aufbereitung: Dokumentation, Packaging, Migrationstools und Resourcen, und zuletzt die Veröffentlichung – aber ich freue mich schon darauf!
Simon Repp
Mehr Informationen über mich gibt es auf meiner Website: https://simonrepp.com