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Topokurator im Praxistest
Vom Klickdummy zum funktionsfähigen Prototyp (23.10.2026)
Förderjahr 2025 / Projekt Call #20 / ProjektID: 7828 / Projekt: Topokurator

Im letzten Blogbeitrag haben wir berichtet, wie gemeinsam mit Topothekar:innen die Grundlagen für den Topokurator entstanden sind. In drei Workshops ging es um Arbeitsweisen, Ausstellungsideen und einen ersten klickbaren Prototyp. Seitdem hat sich einiges getan: Aus den Entwürfen ist eine Software geworden, mit der wir selbst Ausstellungen anlegen und bearbeiten können. Damit werden viele Fragen aus den Workshops ganz konkret.

Mit eigenen Materialien gestalten

Der aktuelle Prototyp bietet mehrere Vorlagen, in denen sich Bilder und Texte anordnen lassen. Bilder aus dem Verwaltungsbereich der Topothek können per Drag-and-drop in die Ausstellung übernommen werden. Bildausschnitte lassen sich verschieben und vergrößern, Folien ergänzen und die Ergebnisse in einer Vorschau betrachten. Ausstellungen können außerdem als Datei lokal gespeichert und wieder geladen werden.

Wir bleiben damit nahe an einer Arbeitsweise, die viele von Präsentationsprogrammen kennen. Die Vorlagen geben eine gestalterische Grundlage, während die Topothekar:innen entscheiden, welche Materialien sie auswählen und wie sie ihre Geschichte erzählen. Die Arbeit mit echten Bildern und Texten hilft uns zugleich zu prüfen, ob die Entwürfe auch bei unterschiedlichen Inhalten tragen.

Was ein Speichersymbol auslösen kann

Bei einem internen Test vor Kurzem war der Eindruck im Team positiv: Das Bearbeiten und Ausprobieren fühlt sich bereits gut an. Gleichzeitig wurden einige Stellen sichtbar, an denen die Oberfläche andere Erwartungen weckt, als die Software erfüllt. Ein besonders anschauliches Beispiel ist das Speichersymbol. Nach einer Änderung klickten wir darauf, um die Bearbeitung abzuschließen und zur Vorschau zurückzukehren. Tatsächlich wurde dabei jedes Mal die Ausstellungsdatei heruntergeladen.

Daraus ergeben sich konkrete Verbesserungen: Ein Download-Symbol soll deutlicher machen, dass hier eine Datei auf dem eigenen Rechner abgelegt wird. Für das Abschließen einer Bearbeitung haben wir eine eigene Bestätigung vorgeschlagen. Auch der Wechsel zwischen Bearbeiten und Vorschau muss klarer erkennbar werden. Solche Details bestimmen mit, ob man sich beim Gestalten sicher fühlt und versteht, was gerade passiert.

Ähnlich aufschlussreich war das Sortieren der Folien. Bleiben Nummern beim Verschieben unverändert, entsteht Verwirrung über die neue Reihenfolge. Vorschaubilder der tatsächlichen Folien könnten hier mehr Orientierung geben. Auch das Verhalten beim Schließen des Sortierfensters müssen wir überarbeiten, damit Änderungen nicht versehentlich verloren gehen.

Ausstellungen brauchen Orientierung

Neben diesen Bedienungsfragen beschäftigt uns weiterhin die Struktur der Ausstellung. Schon in den Workshops war die Idee entstanden, lokale Geschichte über thematische Räume und verzweigende Wege zugänglich zu machen. Besucher:innen könnten von einer Übersicht aus selbst entscheiden, welchen Bereich sie erkunden möchten. Diese Navigation wollen wir im weiteren Testprozess erproben. Wie viele Ebenen bleiben verständlich? Wo braucht es einen Weg zurück, und wie findet man sich innerhalb der Ausstellung zurecht?

Auch die Darstellung auf unterschiedlichen Bildschirmen spielt dabei eine Rolle. Im aktuellen Test haben wir etwa gesehen, dass Folienrahmen und Textgrößen beim Verändern des Browserfensters noch nicht immer gut zusammenspielen. Für eine Ausstellung, die am eigenen Rechner vorbereitet und später auf einem anderen Bildschirm gezeigt wird, ist das eine wichtige Frage.

Verlässlich arbeiten und präsentieren

Vor der nächsten Testrunde hat die Sicherung der Arbeit besondere Priorität. Das bewusste Speichern und Laden funktioniert bereits; beim Neuladen der Browserseite können ungesicherte Änderungen derzeit aber noch verloren gehen. Hier brauchen wir eine bessere Absicherung. Aus den Workshops nehmen wir außerdem den Wunsch mit, Ausstellungen auch ohne Internetverbindung zeigen zu können, etwa an Veranstaltungsorten ohne verlässliches WLAN. An einer passenden Offline-Lösung arbeiten wir noch.

Bei der Verbindung zur Topothek unterscheiden wir ebenfalls zwischen dem aktuellen Stand und den weiteren Anforderungen. Bilder lassen sich bereits übernehmen, die zugehörigen Metadaten werden derzeit jedoch nicht automatisch mitimportiert. Der Originaldatensatz bleibt deshalb beim Bearbeiten wichtig, wenn Angaben nachgeschlagen werden müssen. Wie Quellen und weitere Informationen in der Ausstellung nachvollziehbar bleiben, müssen wir bei der Weiterentwicklung mitdenken.

Der nächste Test mit den Topothekarinnen und Topothekaren

Für November 2026 planen wir den nächsten Testworkshop mit den Topothekar:innen. Sie sollen den Prototyp vorab ausprobieren und eigene Probeausstellungen mitbringen können. Uns interessiert dabei besonders, wo sie ohne Erklärung weiterkommen, welche Schritte Fragen auslösen und was ihnen bei der Arbeit mit ihren Sammlungen fehlt. Dieses Feedback wird bestimmen, welche Verbesserungen wir als Nächstes umsetzen.

Eine weitere gemeinsame Runde ist für Jänner 2027 vorgesehen. Die dann erprobte Version soll auch die Grundlage für das Handbuch bilden. Zum Projektabschluss im März planen wir eine Vernissage mit Beispielausstellungen. Bis dahin entwickeln wir den Topokurator weiter im Wechsel zwischen Gestalten, Ausprobieren und Überarbeiten – gemeinsam mit den Menschen, die damit regionale Geschichte vermitteln möchten.

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