Mehr als eine App: Was wir mit RoboSDG Junior wirklich geschaffen haben
Warum unser wichtigstes Projektergebnis nicht im Quellcode steckt. (26.06.2026)
Förderjahr 2024 / Projekt Call #19 / ProjektID: 7392 / Projekt: RoboSDG Junior

Die meisten Förderprojekte enden mit einem Abschlussbericht.

RoboSDG Junior endet für uns mit einer Erkenntnis.

Als wir vor eineinhalb Jahren mit der Entwicklung begonnen haben, hatten wir eine Vision: Wir wollten Kindern zwischen sechs und acht Jahren einen möglichst einfachen, spielerischen Zugang zu Robotik und Programmierung ermöglichen. Eine Programmierumgebung entwickeln, die nicht an Sprache scheitert, sondern Kreativität in den Mittelpunkt stellt. Eine App, die Kinder stärkt, anstatt sie zu überfordern.

Heute ist die App fertig. Die Materialien sind veröffentlicht. Der Quellcode ist Open Source.

Doch je näher wir dem Projektende gekommen sind, desto klarer wurde uns: Das Wertvollste, was in den vergangenen Monaten entstanden ist, ist nicht nur die Software.

Es ist das Wissen darüber, welche Wirkung hochwertige MINT-Bildung tatsächlich entfalten kann.

 

Kann ein einziger Workshop einen Unterschied machen?

Diese Frage hat uns von Beginn an begleitet.

Wir erleben seit Jahren, wie Kinder in Robotik-Workshops aufblühen. Wie sie plötzlich Lösungen finden, im Team arbeiten, Fehler als Teil des Lernens akzeptieren und mit leuchtenden Augen ihren ersten Roboter programmieren.

Aber reicht dieses Gefühl aus?

Nein.

Wenn wir Bildungsangebote weiterentwickeln und gesellschaftliche Herausforderungen lösen wollen, brauchen wir mehr als schöne Geschichten. Wir brauchen belastbare Erkenntnisse.

Deshalb war die Wirkungsmessung für uns nie ein Anhängsel des Projekts – sie ist  das Herzstück.

Gemeinsam mit Josefine  Schulze haben wir ein Evaluationskonzept entwickelt, das nicht nur dokumentiert, was wir machen, sondern vor allem untersucht, was dadurch bei Kindern passiert.

 

Wirkung sichtbar machen

Für RoboSDG Junior wurden über 900 Fragebögen ausgewertet und die Kinder an mehreren Zeitpunkten begleitet.

Wir wollten verstehen:

  • Verändert sich die Einstellung von Kindern zu Robotik und Programmieren?
  • Trauen sie sich nach dem Workshop mehr zu?
  • Entwickeln sie mehr Interesse an MINT?
  • Können wir Selbstwirksamkeit bereits in diesem Alter sichtbar machen?

Die Antworten haben uns bewegt.

Denn sie zeigen, dass bereits ein einzelner, gut konzipierter Workshop einen Unterschied machen kann. Natürlich entscheidet kein Vormittag darüber, welchen Beruf ein Kind später wählen wird. Aber vielleicht entscheidet dieser Vormittag darüber, ob ein Kind beim nächsten Mal neugierig statt unsicher auf Technik blickt. Ob es sich traut, einen Roboter in die Hand zu nehmen.Ob aus einem "Das kann ich nicht." ein "Ich probiere es einfach." wird.

Und genau dort beginnt Bildung.

 

Wissen teilen statt verstecken

Eines der Grundprinzipien der netidee-Förderung ist Offenheit.

Deshalb endet RoboSDG Junior nicht mit einer App. Wir veröffentlichen unsere Materialien, unseren Quellcode, unsere Dokumentationen und auch unseren vollständigen Wirkungsbericht. Nicht, weil wir glauben, dass wir die perfekte Lösung entwickelt haben, sondern weil wir hoffen, dass andere darauf aufbauen, unsere Ideen weiterentwickeln und vielleicht noch bessere Bildungsangebote schaffen.

Denn die großen Herausforderungen unserer Zeit lösen wir nicht alleine.

 

Unser wichtigstes Projektergebnis

Wenn wir heute gefragt werden, worauf wir bei RoboSDG Junior am meisten stolz sind, dann lautet die Antwort nicht: "Auf die App."

Sondern: Darauf, dass wir zeigen konnten, welche Wirkung ein einzelner MINT-Workshop entfalten kann.

Dass Neugier wachsen kann. Dass Selbstwirksamkeit messbar ist. Und dass gute Bildungsprojekte nicht nur Begeisterung auslösen sollten, sondern ihre Wirkung auch sichtbar machen müssen.

Genau deshalb ist unser Wirkungsbericht für uns weit mehr als eine Projektdokumentation. Er ist eine Einladung an alle, die Bildung gestalten.

Lasst uns nicht nur fragen, was wir Kindern beibringen. Lasst uns gemeinsam herausfinden, was wir bei ihnen bewirken.

Sonja Macher

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#MacherInnen machen's möglich!

Skills:

Digitales Lernen
,
Projekt Management
,
Animationen
,
"Coaching, Training, Beratung; Educational Robotik für Mädchen"
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