Lokale Funklizenzen in Österreich
Eine Untersuchung auf Basis der Siedlungsstruktur (07.09.2019)
Förderjahr 2018 / Stipendien Call #13 / ProjektID: 3130 / Projekt: Spectrum Sharing

Wie kleinteilig können Funkfrequenzen vergeben werden?

 Bei der letzten Frequenzauktion in Österreich im Bereich 3,4-3,8 GHz kamen nicht nur nationale Frequenzen zur Versteigerung, sondern es erfolgte in einigen Gebieten auch eine regionale Zuteilung (Näheres zum Auktionsergebnis auf den Internetseiten der RTR: https://www.rtr.at/de/tk/5G-Auction-Outcome). Hierbei kamen auch regionale Anbieter zum Zug, die nun die Möglichkeit haben, in ihrem (lokal begrenzten) Gebiet, Funkdienste aufzubauen, ohne dafür landesweite Lizenzen erwerben zu müssen.

Die regionale Zuteilung von Frequenzen ermöglicht es damit, der Begrenztheit von Geschäftsgebieten Rechnung zu tragen und so die richtige "Menge" an Frequenzen "am richtigen Ort" zu erwerben. Wären regionale Betreiber gezwungen, sich am Wettbewerb um landesweite Lizenzen zu beteiligen, stünden sie bei einer Auktion nicht nur in Konkurrenz zu den nationalen Mobilfunkanbietern, sondern könnten auch einen großen Teil des erworbenen Spektrums nicht nutzen. In den allermeisten Fällen dürfte sich der Erwerb eigener Frequenzen dann nicht mehr lohnen.

Im Rahmen dieser Überlegungen stellt sich die Frage, ob eine Ausweitung des regionalen Ansatzes möglich bzw. sinnvoll ist, ggf. sogar bin hin zu einer lokalen Vergabe? Dieser Frage widmet sich ein eigener Abschnitt des Dissertationsprojekts. Die Untersuchung wird zunächst möglichst allgemein gehalten und stellt die Frage, nach welchen Kriterien überhaupt "lokale" Lizenzen abzugrenzen sind. Hierbei spielt die Siedlungsstruktur eine herausragende Rolle: Bei den meisten Anwendungen ist die Nachfrage (und damit der Bedarf an Frequenzen) eng verknüpft mit der Besiedlungsdichte. Dies gilt insbesondere für die Versorgungsperspektive mit drahtlosen Breitbandzugängen, welche vor allem im ländlichen Raum eine wesentliche Rolle spielt.

Untersucht wird anhand öffentlich verfügbarer Daten (BEV, Statistik Austria), wie sich lokale "Lizenzbereiche" abgrenzen lassen. Maßgeblich ist dabei, dass diese Bereiche sich gegenseitig nicht bzw. möglichst wenig stören, um die Kosten für die Koordinierung der Frequenznutzung zu minimieren. Die Untersuchung dient vor allem einer groben Einschätzung des Potentials für eine lokale Lizenzierung. Die Besonderheiten der Ausbreitung elektromagnetischer Wellen sowie Geländeeigenschaften können in dieser Betrachtung nur näherungsweise berücksichtigt werden. Dennoch soll das Ergebnis Implikationen darüber liefern, wie viele unabhängige Lizenzgebiete in welcher Größe in etwa zu erwarten sind, welche Anforderungen an Technologien und welche Frequenzbänder dafür in Frage kommen könnten.

Die Grafik im Titel zeigt eine beispielhafte Darstellung möglicher Gebietsabgrenzungen.

 

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