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Wie Firmen Daten gegen uns einsetzen | Eintrag Oktober 2017
Neue Studie von "Cracked Labs" über die gesellschaftlichen Implikationen der kommerziellen Nutzung von persönlichen Daten (12.10.2017)
Förderjahr 2016 / Projekt Call #11 / ProjektID: 1933 / Projekt: Tracking the Trackers

Neue Studie von "Cracked Labs" über die gesellschaftlichen Implikationen der kommerziellen Nutzung von persönlichen Daten

Persönliche Daten, die wir mit fast jedem Klick im Internet erzeugen, werden von Unternehmen gesammelt, aggregiert, weiterverkauft und oft genug gegen die NutzerInnen eingesetzt. Wir haben eine neue 55seitige Studie veröffentlicht, die detailliert untersucht, wie sich aktuelle Praktiken der kommerziellen Nutzung von Daten über Alltag und Verhaltensweisen von Menschen auf Einzelne, Gruppen von Menschen und die Gesellschaft insgesamt auswirken können.

Dabei geht es einerseits um Systeme, die auf Basis von persönlichen Daten automatisch über Menschen entscheiden - von Online-Shops bis zu Banken und Versicherungen. Andererseits werden digitale Profile, Personalisierung und Echtzeit-Tracking immer mehr dazu genutzt, Verhaltensweisen nicht nur zu beobachten, sondern auch zu beeinflussen - von Werbung bis Politik.

Die Studie mit dem Titel How Companies Use Personal Data Against People steht auf unserer Website zum Download zur Verfügung und ist nach dem international vieldiskutierten Report Corporate Surveillance in Everyday Life vom Juni ein weiterer essenzieller inhaltlicher Grundbestandteil des Projekts "Tracking the Trackers".

Wolfie Christl

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Wolfie Christl lebt in Wien und beschäftigt sich seit 15 Jahren mit den gesellschaftlichen Implikationen von Informations- und Kommunikationstechnologie, insbesondere mit der Ökonomie persönlicher Daten im digitalen Zeitalter. Im Herbst 2016 wurde sein gemeinsam mit der Forscherin Sarah Spiekermann verfasstes Buch "Networks of Control" veröffentlicht – eine umfassende Studie zu kommerzieller digitaler Überwachung, Online Tracking, Big Data und Privatsphäre. Seine 2014 veröffentlichte Studie zum Thema wurde im deutschen Sprachraum breit diskutiert und im Europäischen Parlament präsentiert. Wolfie Christl ist Leiter von Cracked Labs, dem Wiener Institut für kritische digitale Kultur, und Mitinitiator des international vielfach ausgezeichneten Online-Spiels "Data Dealer", das sich mit viel Witz und Ironie den brisanten Themen Überwachung und Datenschutz widmet. Er war 2015 außerdem als inhaltlicher Berater für DONOTTRACK tätig, einer mehrteiligen Web-Doku über digitales Tracking, schreibt unregelmäßig für Medien wie die FAZ und hat viele Vorträge und Workshops in Europa und den USA gehalten. Er und seine Projekte wurden u.a. in der New York Times, Washington Post, Forbes, Guardian und Le Monde zitiert. Auszeichnungen u.a. Games for Change Award (USA), e-virtuoses Serious Games Award (FR), Jury-Auszeichnung beim Staatspreis Multimedia (AT).