AdGuardians: Markenfälschungen auf Social Media
Wie Markenfälschungen über Social-Media-Werbung millionenfach Menschen erreichen (09.01.2026)
Förderjahr 2024 / Projekt Call #19 / ProjektID: 7381 / Projekt: AdGuardians

Kriminelle missbrauchen bekannte Marken für betrügerische Werbeanzeigen auf Facebook und Instagram. Eine Analyse zeigt tausende Inserate mit Millionenreichweite in der EU.

Rabattaktionen, Abverkäufe und vermeintliche Sonderangebote sind ein bewährtes Mittel, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Genau darauf setzen auch Kriminelle, die bekannte Marken systematisch für betrügerische Werbeanzeigen missbrauchen. Logos, Produktbilder und Markenauftritte werden täuschend echt imitiert, um Konsument:innen in betrügerische Online-Shops zu locken. Die Bandbreite der betroffenen Marken ist groß: von internationalen Herstellern wie Birkenstock oder Swarovski bis hin zu bekannten Handelsketten wie Lidl oder Hofer. Die Shops wirken auf den ersten Blick seriös und professionell gestaltet. Beworben werden stark reduzierte Produkte oder exklusive Sonderaktionen. Konsument:innen erhalten :innen nach der Bestellung jedoch gar keine Ware oder Ware, die mit dem Bestellten nichts zu tun haben – das bezahlte Geld ist verloren.

In einer Recherche haben wir die Meta-Werbebiblitohek nach ebensolchen Online-Shops durchforstet und sind auf zahlreiche betrügerische Werbeanzeigen gestoßen. 

Birkenstock

Mit der Suche nach Birkenstock im Bezug auf vermeintliche Rabatt- oder Abverkaufskampagnen – etwa über Suchbegriffe wie „Birkenstock Sale“ – konnten 21 unterschiedliche betrügerische Shopseiten identifiziert werden. Zwischen 1. Jänner und 30. April 2025 wurden auf den Meta-Plattformen 325 einschlägige Werbeanzeigen ausgespielt, die innerhalb der EU mehr als 130.000-mal angezeigt wurden.

Swarovski

Auch im Zusammenhang mit Swarovski zeigte sich ein systematisches Vorgehen. Im Fokus der Recherche stand eine spezifische Betrugsmasche: Angebliche Sonderaktionen für Ferngläser von Swarovski Optik in Verbindung mit bekannten Handelsketten wie Lidl, Billa oder anderen großen Händlern. Produkte, deren regulärer Verkaufspreis zwischen 4.000 und 6.000 Euro liegt, wurden auf betrügerischen Webseiten um rund 100 Euro angeboten. Allein für dieses spezifische Betrugsschema mit „Swarovski + Lidl“ wurden mit 62 Werbeanzeigen eine Reichweite von knapp 20.000 erzielt.

Lidl

Auch Handelsketten selbst werden direkt für Betrugszwecke instrumentalisiert. Im Zusammenhang mit dem Markennamen Lidl konnten über 35 unterschiedliche betrügerische Online-Shops erhoben werden, die insgesamt 558 Werbeanzeigen auf Meta schalteten. Diese wurden etwas über 4 Millionen Male innerhalb der EU aufgerufen.

Die Ergebnisse verdeutlichen, wie systematisch bekannte Marken für betrügerische Werbekampagnen missbraucht werden und welche enorme Reichweite diese Anzeigen erzielen. Trotz Meldungen und Löschungen bleiben zahlreiche Inserate über Monate hinweg aktiv und erreichen weiterhin Millionen von Nutzer:innen. Für Konsument:innen ist der Betrug oft erst erkennbar, wenn keine Ware geliefert wird – zu spät, um den finanziellen Schaden abzuwenden.

Tags:

internetbetrug; onlinehandel; fakeshops; Fake-Shops markenfälschung Internetbetrug
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