Förderjahr 2025 / Projekt Call #20 / ProjektID: 7905 / Projekt: DroneLink
Ein wichtiger Baustein für DroneLink ist unser neuer Radio Link Planner: eine Webanwendung, mit der sich Funkstrecken auf einer Karte platzieren, analysieren und optimieren lassen.
Der Fokus liegt dabei auf 60-GHz-Links über Distanzen bis ca. 2 km. Diese Verbindungen ermöglichen hohe Datenraten, sind aber sehr empfindlich: Freie Sichtverbindung, Gelände, Gebäude, Bewuchs und Antennenhöhe spielen eine große Rolle. Schon ein kleines Hindernis im Funkpfad kann die Datenrate deutlich reduzieren oder den Link instabil machen.
Warum ein eigener Link Planner?
Für DroneLink brauchen wir ein Tool, das schnell, interaktiv und auch offline funktioniert. Gerade im Krisenfall möchten wir nicht von externen Diensten abhängig sein. Deshalb kann der Link Planner benötigte Höhendaten lokal zwischenspeichern und wiederverwenden.
Ein Alleinstellungsmerkmal ist die Nutzung hochpräziser österreichischer Höhendaten mit 1 m Auflösung. Damit lassen sich Funkstrecken deutlich genauer beurteilen als mit groben globalen Höhenmodellen.
Der Planner nutzt dabei Datensätze der Geosphere Austria:
- DTM/DGM für das Gelände
- DSM/DOM für Oberfläche, Gebäude und Bewuchs
So können sowohl Geländeprofile als auch mögliche Hindernisse entlang der Funkstrecke berücksichtigt werden.

Planung direkt auf der Karte
Im Frontend werden zwei Antennenpunkte, TX und RX, direkt auf einer Karte gesetzt und verschoben. Dabei zeigt eine 2D-Seitenansicht das Höhenprofil des Links: Gelände, Oberfläche, Sichtlinie und Fresnel-Freihaltung. Dadurch wird schnell sichtbar, ob ein Link frei genug ist oder ob ein Hindernis kritisch wird

Automatische Antennenhöhenplanung
Ein weiteres Feature ist die semi-automatische Höhenplanung. Eine Seite der Verbindung kann fixiert werden, zum Beispiel TX mit 20 m Antennenhöhe. Der Link Planner berechnet dann automatisch, welche Höhe auf der anderen Seite notwendig ist, um ausreichend Freiraum inklusive Fresnel-Zone zu erreichen.
Das spart viel Ausprobieren und hilft besonders bei der Standortsuche: Man sieht rasch, ob ein Link mit realistischen Antennenhöhen machbar ist.

Schnell und offen weiterentwickelbar
Damit die Anwendung interaktiv bleibt, liest das Backend Rasterdaten blockweise, verarbeitet Profilpunkte gesammelt und speichert berechnete Profile zwischen. Änderungen an der Antennenhöhe können dadurch sehr schnell neu berechnet werden.
Der Link Planner ist modular aufgebaut: Python-Backend, Svelte-Frontend und eine API mit OpenAPI-Dokumentation. Langfristig soll das Werkzeug als Open-Source-Komponente weiterentwickelt werden - nachvollziehbar, erweiterbar und für andere Funkplanungsanwendungen wiederverwendbar.