Sample Bild Pakete
Debian-Pakete für Raspbian bauen
Workflow vom Source zum .deb (11.06.2020)
Förderjahr 2019 / Project Call #14 / ProjektID: 4430 / Projekt: IoT-WatchDog

Debian-Pakete sind der way-to-go, um eine Linux-Distribution up-to-date zu halten - wie wir es auch im IoT-Watchdog tun.

Der Weg vom Source zum Debian-Paket

Es existieren unzählige Anleitungen, Wege und Tools, Debian-Pakete zu bauen - Bis man selbst einen für die eigenen Anforderungen passenden Workflow gefunden hat, sind oft viele Versuche nötig. Unser Weg zum Erfolg nach unzähligen Versuchen und Konversationen mit Debian-Entwicklern hat schlussendlich über den Weg mit debuild geführt.

Workflow: Ordner via debuild zu tgz via pbuilder zu .deb

Unser Ablauf besteht aus 2 Schritten:

  1. Bauen eines Source-Paketes - hier werden die Quelltexte in ein Debian Paket verpackt.
  2. Bauen eines "binary"-Paketes aus dem Source-Paket - dieses ist dann zur Installation für den Benutzer gedacht.

Diese Schritte zum Bauen von Paketen laufen üblicherweise auf PCs oder Servern mit x86-64bit Architektur ab - wir wollen hier aber für Raspbian (auf Arm-Basis, 32bit) bauen, also auch "cross-compilen" - keine Angst, klingt komplizierter als es ist.

Vorbereitungen:

Vorher müssen am Build-System benötigte Pakete installiert werden (als root oder via sudo):

aptitude install devscripts build-essential lintian pbuilder qemu-user-static qemu-system-arm debhelper

Vor dem bau-Prozess müssen folgende Umgebungsvariablen gesetzt werden (als normaler Benutzer):

export DEBFULLNAME="Max Muster"
export DEBEMAIL="max.muster@mailbox.org"

Dateistruktur

Die kompletten Dateien für ein Beispiel-Projekt haben wir nach Github gelegt.

Ordner: Wir legen einen neuen Ordner (hier Debianpkgwork/) an, und in diesen Ordner unseren Arbeitsordner rein, zB so:

user@host /home/user/Debianpkgwork/ % git clone git@github.com:IoT-Watchdog/Example-Deb-pkg.git

Dann haben wir folgende Ordnerstruktur:

  • Im Grundordner ~/Debianpkgwork/ landen dann die gebauten Pakete
  • ~/Debianpkgwork/Example-Deb-pkg/ - hier liegt der Quellcode unseres zu paketierenden Programms
  • ~/Debianpkgwork/Example-Deb-pkg/debian/ - Ordner für Metadaten

Wir starten im Ordner mit dem Quellcode der zu bauenden Software - hier legen wir einen Ordner namens "debian" an, in den folgende Dateien kommen:

  • changelog: tricky syntax, am besten nur mit "debchange" bearbeiten
  • rules - wird ausgeführt, Makefile format
  • copyright - enthält die Lizenz
  • compat - sehr kurz, inhalt "10"
  • control - hier kommen die Meta-Informationen wie Dependencies hinein.
  • $paketname.service - optional, wird wenn vorhanden nach /lib/systemd/system/ installiert und aktiviert

Nun müssen Dateien im Ordner debian/ initialisiert werden.

Wir verwenden den Paketnamen "hellodebian" als Beispiel.

Erstmaliges Generieren von debian/changelog mit debchange (dch):

dch --create --newversion 0.0.1 --package hellodebian

Dabei öffnet sich ein Editorfenster - nötiges ändern, abspeichern und schließen.

In Zukunft zum updaten:

dch -i # increment

Generieren des Source-Pakets

Debuild erwartet ein Makefile mit zumindest folgendem Inhalt:

ifeq ($(PREFIX),)
    PREFIX := /usr
endif

paketname:
        echo "<debug>"

install: paketname
        install -d $(DESTDIR)$(PREFIX)/bin/
        install -D -m 0755 binaryname $(DESTDIR)$(PREFIX)/bin/
  • Eventuelle Kompilierbefehle in "paketname:" einfügen - selbst wenn man nur Skripte installieren will, muss die Sektion jedoch trotzdem vorhanden sein!
  • Jeder Ordner, in den Dateien hinkopiert werden muss zuerst angelegt werden - er existiert in der chroot-Umgebung wahrscheinlich noch nicht!

Im Ordner Debianpkgwork/Example-Deb-pkg führen wir (als user) folgendes aus:

debuild -i -us -uc -S

Im Ordner darüber (Debianpkgwork/) landen nun einige Dateien:

Ordnerinhalt nach debuild

 

 

 

 

Aus dem tar.gz werden jetzt die Binary-Pakete gebaut...

Generieren des Binary-Pakets

Hier arbeiten wir mit pbuilder - der Befehl wird als user root im Ordner Debianpkgwork/ ausgeführt.

Zuerst muss die Build-Umgebung vorbereitet werden.

Für jede gewünschte Zielarchitektur - dies muss nur einmalig passieren (und lädt für armhf ca. 80 MB herunter):

mkdir -p /var/cache/pbuilder/raspbian-buster-armhf/aptcache/
wget http://archive.raspbian.org/raspbian/pool/main/r/raspbian-archive-keyring/raspbian-archive-keyring_20120528.2_all.deb
dpkg -i raspbian-archive-keyring_20120528.2_all.deb && rm raspbian-archive-keyring_20120528.2_all.deb
OS=raspbian DIST=buster ARCH=armhf pbuilder --create
mkdir -p /var/cache/pbuilder/debian-buster-amd64/aptcache/
OS=debian DIST=buster ARCH=amd64 pbuilder --create

Später sollte die Build-Umgebung regelmäßig (täglich) upgedatet werden:

OS=raspbian DIST=buster ARCH=armhf pbuilder update
OS=debian DIST=buster ARCH=amd64 pbuilder update

Das eigentliche Bauen der Packages dann mit:

OS=raspbian DIST=buster ARCH=armhf pbuilder build *.dsc
OS=debian DIST=buster ARCH=amd64 pbuilder build *.dsc

Die Pakete landen dann unter /var/cache/pbuilder/raspbian-buster-armhf/result/ bzw. /var/cache/pbuilder/debian-buster-amd64/result/.

Signing

Wie man Debian-Pakete korrekt signiert, behandeln wir in einem der nächsten Blogposts - stay tuned!

Tags:

Debian Raspbian

Michael Maier

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