C_Kinderbüro Universität Wien/Waltraud Brauner
Lesen findet überall statt…
Übers Lesen, Erzählen & Fabulieren mit Apps & Co (19.03.2019)
Förderjahr 2017 / Project Call #12 / ProjektID: 2333 / Projekt: digi4under6

raupe nimmersatt

Wenn die Kleinsten rufen: „Lies uns was vor!“, dann greift doch einmal zu einem anderen Medium als dem klassischen Buch. Es gibt spannende interaktive Formate – und gerade für die Kleinsten finden sich tolle Angebote. Buch-Klassiker wie die Kleine Raupe Nimmersatt oder der Räuber Hotzenplotz, laden euch auf neue Weise zum Vorlesen, Erzählen, Geschichten-Weiterspinnen und Spielen ein. Und es können mit Hilfe der digitalen Technik auch ganz neue Wege beschritten werden, wenn zum Beispiel beim Erkunden einer kleinen Stadt minimalistische Grafiken in der App lebendig werden – entdecke sie hier.

Durch den Einsatz digitaler Bildungsmittel erfahren Kinder, dass Lesen überall stattfindet – in Büchern und Zeitschriften ebenso wie auf Tablets, Computern und Smartphones. Der Spracherwerb, das Lesen und der Schrifterwerb können durch sie positiv beeinflusst werden. Digitale Angebote ergänzen das Medienspektrum im Kinderzimmer eher, als dass sie herkömmliche Medien wie das (Bilder)Buch verdrängen würden (Vorlesestudie Stiftung Lesen 2012: 15). Gerade Kinder, denen eher wenig aus traditionellen Bilderbüchern vorgelesen wird, können profitieren, da diese sehr hohen Aufforderungscharakter besitzen, durch integrierte spielerische Elemente immer wieder aufgelockert werden und speziell Väter durch die Technik animiert sind, gemeinsam mit den Kindern zu lesen.

Welche „neuen“ Buchformate sind für Kinder besonders geeignet?

Bilderbücher als Apps sind die günstigste und unkomplizierteste Variante: Sie können im App- oder Playstore ganz einfach heruntergeladen werden. Zumeist sind sie mit einigen zusätzlichen Features ausgestattet, die sie vom Buch unterscheiden. So beinhalten sie oft interaktive Spielelemente, die viel Spaß machen. Die Vorlesestimme kann nach Belieben aktiviert oder deaktiviert werden. Ist sie deaktiviert, erscheint nur der Text, den man ablesen kann. Besonders schön ist die Audio-Funktion bei vielen dieser Apps: Sie ermöglicht es, sich selbst beim Vorlesen aufzunehmen. Die Stimme der Mutter, des Vaters, der Kindergartenpädagogin erzählt eine bebilderte Geschichte, wann immer das Kind sie hören möchte.

Augmented Reality-Books (zu Deutsch: „Erweiterte Realität“), sind klassische Bilderbücher mit einem besonderen Twist: Ohne smartes Gerät können sie durchgeblättert und gelesen werden wie jedes andere Buch. Hält man ein Tablet darüber, werden die Bilder dreidimensional und beginnen sich zu bewegen. Wenn plötzlich ein Schwarm Schmetterlinge aus einem Bu(s)ch flattert, ist das ganz schön schön! Mach dir hier selbst einen Eindruck!

Eigene Geschichten können beispielsweise mit der App Kibunet erstellt werden: Hier findet sich eine große Auswahl an Hintergrundbildern, Personen, Tieren und Gegenständen, die Seite für Seite passend zur eigenen Geschichte arrangiert werden können. Den Text dazu kann man ebenfalls selbst verfassen. Die App ist sehr intuitiv zu bedienen und eignet sich gut, um gemeinsam mit Kindern Geschichten zu erfinden. Ist die Geschichte fertig, wird sie in der App gespeichert und ist jederzeit wieder verfügbar. Einziges Manko: Eine Audio-Funktion, die Sprachaufnahmen zulässt, fehlt leider.

Bei der Auswahl der Bücher und Geschichten sollte darauf geachtet werden, für welche Altersstufe sie gedacht sind. Speziell bei jüngeren Kindern sind Inhalte, bei denen Text, Animationen und Geräusche eher zurückhaltend eingesetzt werden, zu bevorzugen. Bei Bilderbuch-Apps macht es Sinn, Geschichten vorab auf ihr Narrativ zu prüfen. Gibt es keine erkenntliche Geschichte, keinen roten Faden, sondern bloß eine Aneinanderreihung von Bildern mit Spieleaufforderungen, sollte man besser noch weitersuchen. Eine gute Orientierung dazu bietet die DJI- Datenbank Apps für Kinder.

In diesem Sinne: Viel Vergnügen beim Vorlesen, Erzählen und Fabulieren mit digitalen Medien!

Links:

Aktuelle Vorlesestudie Stiftung Lesen 2018

https://www.stiftunglesen.de/download.php?type=documentpdf&id=2397

Vorlesestudie Stiftung Lesen 2012: Untersucht den Einfluss von Smartphones, Tablets und E-Readern auf die Vorlesesituation

https://www.stiftunglesen.de/download.php?type=documentpdf&id=753

Elke Turnheim

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Projektkoordinatorin für Medienbildung im "Kinderbüro der Universität Wien gGmbH"

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