Konferenzraum vor dem Start des LoRa Alliance Members Meeting
LoRa Alliance Members Meeting - Wie der LoRaWAN Standard entwickelt wird?
Einblick in die Entwicklung des LoRaWAN Standards (02.02.2020)
Förderjahr 2018 / Project Call #13 / ProjektID: 3532 / Projekt: LoRaWAN Netzwerk

IETF, ITU, IEEE, 3GPP, ETSI - Standards und Standardisierungs-Gruppen formen seit Jahren das Internet. Aber wie läuft so eine Spezifizierung wirklich ab? Wir durften am LoRa Alliance Members Meeting in die Welt der Standardisierungen eintauchen.

Nebel, Regen und eine erfrischende Brise empfing uns Anfang der Woche in Amsterdam bei der Anreise zum LoRa Alliance Members Meeting. LoRa Alliance ist die Organisation, die aus einer smarten Funktechnologie einen weltweiten, offenen Standard geformt - und somit die Technologie nutzbar gemacht hat. Zum aktuellen Mitglieder-Treffen fanden sich, unbeeindruckt vom typisch holländischen Wetter, rund 200 motivierte Mitglieder im Conference Center des Radisson Blu Hotels ein, um eben diesen Standard weiter zu entwickeln.

Zur Erklärung: LoRa (Low Power Long Range) ist eine smarte Funk-Technologie die sich gut für das Internet of Things (Internet der Dinge) eignet, da sie große Übertragungsweiten mit wenig Energieverbrauch ermöglicht. LoRaWAN ist das dazugehörige, standardisierte Ökosystem, das von nahezu allen privaten und öffentlichen LoRaWAN Netzwerken genutzt wird. Es beschreibt wie Daten (z.B. Sensor Daten) mittels LoRa gefunkt und empfangen werden, aber auch wie die Daten Pakete sicher ihren Weg ins Internet und zu seinem Empfänger finden. Dieser Standard wird von der LoRa Alliance, einer aus über 500 Mitgliedern bestehende Organisation aus der Industrie und Technologie-Unternehmen, spezifiziert und weiterentwickelt. Aufgeteilt in einer 4-stufigen Hierarchie findet sich eine Vielfalt an Mitgliedern: unter anderem Chip-Produzenten wie Microchip oder die LoRa Erfinder-Firma Semtech. Aber auch Branchen-Riesen wie Cisco, Amazon, Alibaba, Netzwerk Betreiber wie Orange oder KPN sowie das in der DIY Kreisen bekannte Unternehmen Arduino sind unter den Mitgliedern.

Pünktlich um 09:00 startet die Opening Session des zweitägigen Arbeitsmeetings, dessen Termin geschickt direkt vor der „The Things Conference“, einer der größten Branchen Messen, festgelegt wurde. Viele der Teilnehmer kennen sich bereits von vorangegangenen Treffen oder Online-Meetings.

Die Workshops sind grundsätzlich auf zwei Streams aufgeteilt, in dem die jeweiligen Arbeitsgruppen die festgelegten Agenda Punkte bearbeiten: dem technischen Komitee (technical committee) und einem Marketing-orientierten Stream (marketing committee). Im technischen Teil werden vor allem Drafts, Reviews und Change Requests der neuen LoRaWAN Standards 1.0.4 und 1.1.1 tief gehend besprochen und abgestimmt.

"Der Inhalt gestaltet sich durchaus technisch. Beispielsweise wird darüber gesprochen bei welchen Byte in welchem Fall 0x1 oder 0x0 stehen soll!", resümiert Stefan Schultheis (OpenIoT) nach der Veranstaltung.

Stefan Schultheis (OpenIoT) vor dem Start der Opening Session

Themen wie die (separate) Zertifizierung von Endgeräten nach den jeweiligen Versionen von LoRaWAN, der Einsatz von DNS als Discovery Mechanismus oder neue Länderfrequenzen werden entlang einem streng definierten Prozess besprochen und gegebenenfalls verabschiedet. Änderungen des bestehenden Standards, Vorschläge oder Standpunkte werden hauptsächlich vor dem Meeting schriftlich eingebracht, überarbeitet und dann Vorort entsprechend diskutiert und entschieden. Interessant erscheint dahingehend, dass die Voraussetzung für die Stimmberechtigung bei einer Abstimmung das regelmäßige Engagement und vor allem die mehrmalige Teilnahme in den Arbeitsgruppen-Meetings ist.

Gleichzeitig tagt das Marketing Committee zu strategischen und administrativen Themen, wie der Vision & Mission der Alliance, Mitglieder-Segmentierung und Benefits, bevorstehende Events und vor allem Feedback über LoRaWAN aus der Industrie (den sogenannten „Verticals“). Gerade beim letztgenannten Punkt können wir als "Institutional Member" wichtige Aspekte aus Perspektive eines Non-Profit Vereins in die Diskussionen einbringen – dank der Netidee Förderung, die diesen Vorort-Besuch möglich gemacht hat.

Diesbezüglich wurde unser Feedback aus Sicht von Vereinen, DIY Communities aber auch Universitäten und Bildungseinrichtungen sehr positiv antizipiert und besprochen, da dieser Bereich als „Enabler“ für neue Use-Cases und Startups eine wichtige Rolle spielt.

Das bestätigt auch Donna Moore, CEO und Chair Woman der LoRa Alliance: “I'm very excited about the interesting discussions at our members meeting in Amsterdam and strong participation from community networks like OpenIoT in Austria. LoRaWAN's success comes from our ecosystem and we thank you for joining us this week!"

Gruppenfoto des OpenIoT Teams mit Donna Moore

Besonders interessant erscheint für uns letztendlich auch die gut funktionierende gemeinsame Zusammenarbeit von Unternehmen, die sich im Business-Alltag hauptsächlich als Konkurrenz gegenüberstehen, um die Technologie und deren Ökosystem gemeinsam zu gestalten und auszubauen. Wir sehen insgesamt auf zwei arbeitsreiche, aber wertvolle Tage zurück und freuen uns schon auf die anschließende The-Things-Conference.

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LoraWAN IoT OpenIoT internet of things LoRa
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